25.2.2024 Macussa

Die neue erbaute Lichthalle, die aber noch nicht ganz fertig, wird am Morgen unser Meditationsplatz, mit Blick ins Grüne. Da es nicht zum regnen und stürmen aufhören will, entschließen Sonja und ich uns doch dem Wetter entgegenzusetzen und fahren los. Die beiden Jungs bleiben auf dem Gelände und arbeiten noch weiter. Wir zwei fahren rauf zum Serra Montejunto. Ein beliebtes Ausflugsziel der Portugiesen. Der Parkplatz gut besucht, da gerade Mittagszeit sind doch viele hinauf gefahren, durch eine dicke Wolkenschicht und waagrechten fallenden Regen. Wir machen uns trotzdem auf und umrunden den Berg, denn zwischendurch hört der Regen wieder auf. Eigentlich ein schöner Rundweg, aber wegen dem Nebel bzw. den Wolken, nur eingeschränkt die Fernsicht. Zumindest sehen wir von da oben, die 18 Hektargroße entlaubte Stelle für den neuen riesigen Solarpark Europas. Welch ein erbaulicher Anblick. Leider wird in Portugal meines Erachtens wild und zügellos gebaut und es ist kein Wunder, dass immer wieder Politiker:innen wegen Korruption angeklagt werden. Die Fahrt zum Montejunto zeigte uns auch die hässliche Seite von Portugal, Gefängnisse, riesige Autoschrotthalden, monströse Steinbrüche, verlassene Dörfer usw. . Der Eindruck des Hässlichen bekam am Meer noch eine Steigerung als wir bei Punto Novo aufs Meer blickten. Hässliche Hotelanlage, die vom Wind und Salz zerfressen herumstanden, teilweise zwischen den alten Fischerhäusern und ihren Netzen. Kaum ist ein Hotel Schrottreif, strebt das nächste schon wieder in die Höhe. Das Meer war beeindruckend und hätte mich fast erwischt, aber das trübe, kalte, wüste, regnerische Wetter passte zum Anblick der vor sich hin rostenden Hotelzompies. Die tags und nachts den Gästen jede Art von Geschmack, Kunst, Kultur heraussaugen und die dann, mit trüben Augen von ihrem Urlaub berichten, wie toll er doch war, Vollpension 300 € für 14 Tage, um dann den billigen Tetrafusselwein als Ersatzbenzin und Getränk hernehmen. Geht doch, Digga. Wir treffen uns alle, die Freundin von Konrad war nun auch da, zum Abschlussessen beim Inder. Jürgen fliegt morgen nach Hause (samt schlechtem Gewissen trotz Atmosfaire )und widmet sich wieder seinen Nachhaltigkeitsprojekten. Haiku des Tages: Im Nebel sieht man oft weiter als man denkt. Was soll dann das Denken?


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