3.2.2024 Montanjeos-Agramasilla de Alba

Nicht nur Herr Raureif war da, sondern auch Frau Wehmut waren heute morgen bei uns zu Gast. Abschied nehmen, von Menschen die ich seit über 30 Jahren nicht mehr gesehen hatte und Sonja noch nie. Von Menschen die sich entwickelt haben und wir trotzdem nach einer so langen Zeit bzw. ganz kurzen Zeit, ein wirklich herzliches Miteinander gefunden und gelebt haben. Sie, Chandra und Lobo, die ihr vollkommen anderes Leben leben, jenseits von bekannten Mainstream . Einerseits im Dorf bekannt und beliebt, aber andererseits auch sehr zurückgezogen, fast Eremiten. Und wir zwei, die doch eher ein bürgerliches Leben leben und auch den Versuchungen des städtischen Alltags mal mehr oder weniger erlegen sind. Wir trafen uns in der Morgensonne auf der Terrasse bei Tee und Gebäck, der Bus war schon fahrbereit und jede und jeder schaute zurück. Zurück in die letzte gemeinsame Woche, voller Überraschungen, Freude, auch kurzen Schrecken, Lachen, offenen Gesprächen, tiefen Gefühlen und Stille. Welch ein Wunder. Vielen Dank Chandra und Lobo von Sonja und mir. Das letzte Mal Wasser holen, immer dieses Wasser, DASS Thema in Spanien, in Montanjeos und dann hinunter und weiter Richtung Cordoba. ( Die Schmach von Cordoba, in der letzten Zeit kommt noch die Blamage, die Peinlichkeit, Bloßstellung dazu, alles halb so wild, ist doch nur Fußball ). Wir fahren in das Landesinnere, zuerst noch den Industriegürtel von Valencia streifend, dann immer Richtung West- Südwest, die Sonne im Gesicht. Die Berge hinter uns lassend, erstrecken sich links und rechts der Autobahn Weinplantagen über Weinplantagen, Felder die noch ausgedörrt sind, Haine mit blühenden Mandelbäumen und karges trockenes rotes Land. Spanien das Land der roten Erde. Trockenheit die man sieht, wenn der Blick in die Ferne schweift. Es fällt auf, wenige Dörfer und kaum Städte, das Land scheint ausgestorben sein. Wir fahren zwei Stunden auf der Autobahn, nachdem wir Valencia hinter uns gelassen haben und es überholen uns 10 Autos. Es muss in der Region rund um Mancha, in der wir nun sind, geregnet haben. Die Wiesen und Felder saftig grün, dazu die rote Erde und der blaue Himmel. Wir finden einen automatisierten Camperparkplatz, was es nicht alles gibt, in Agramasilla, die vor allem von Don Quijote „lebt“, der hier anscheinend sich aufgehalten haben sollte und zu Ehren seiner, findet jährlich ein Fest mit Theater und sonstiger Unterhaltung statt. Meine erste Rolle am Kindertheater Spielwerk, war Don Quijote. Er könnte hier gegen unzählige Windmühlen kämpfen, die aber Strom liefern. Die Fahrt mit dem Rad durch das Dorf, zeigte uns wie arm die Gegend hier ist und erinnerte mich an Myanmar mit derselben Umweltverschmutzung durch Abfall in ausgetrockneten Flussbetten. Wenig schönes, viel Tristesse und für die Kinder viel Plastikspielzeug. Wir sind mit unseren Räder richtig aufgefallen. Fremde hier in Agramasilla, wurden aber sehr freundlich gegrüßt. Haiku des Tages: Was für eine Freude auch, das Rad zu nehmen, den Sattel zu spüren und zu radeln. Erweckt verschwundene Lebensgeister.


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