26.1.24 u. 27.1.24 Cerbere-Montanejos

26.1. und 27.1.2024 Cerbere – Montanjeos-

Der Sonnenaufgang am Leuchtturm in Cerbere war noch spektakulär. Sogar Einheimische kommen kurz vorbei, halten an und machen ein Foto oder genießen den Augenblick bevor sie weiter in die Arbeit fahren. Unsere netten französischen Nachbarn, mit denen wir am Abend noch lange geplaudert haben. Ich, als Nichtfranzose, warf hin wieder Fragezeichen in die Runde, die dann lachend beantwortet bzw. kommentiert wurden, wir alle genossen den Augenblick ebenfalls. Noch eine gute Reise für uns alle, Umarmung, und dann 4 Kilometer Richtung Süden und schon waren wir in Spanien, nein in Katalonien, Katalonien ist nicht Spanien, ein Graffiti machte uns darauf aufmerksam wo wir nun wirklich sind. Heute am 26.1.24 machten wir Strecke, alles auf der Autobahn, die wider erwartet nichts kostet und im tadellosen Zustand ist. Nach und nach weg von der Küste überquerten wir den Ebro, mit seinem Delta, fuhren wir mehr ins Landesinnere, obwohl Freunde und auch eine Buchempfehlung uns nahe legten doch die Küstenstraße zu fahren. Man kann nicht alles mitnehmen. An einer Raststätte verhielt sich Sonja richtig gegenüber einem Mann der sein Diebesglück versuchte. Ich war gerade auf der Toilette. Danke nochmals für deine Tipps Toni. Ziel war für heute Montanejos und Chandra und Lobo ( Arndt ). Beide kenne ich aus meiner Zeit mit dem Kinder- und Jugendtheater Spielwerk und Walkertshofen. Wir hatten von ihnen eine Einkaufsliste die wir noch abarbeiteten und dann ab in die Pampa. Von Onda aus, die Geburtsstätte für sanitäre Anlagen für Halbeuropa, an Hässlichkeit leider nicht zu übertrumpfen, in den Badezimmern  später schön. Das Hässliche und Schöne, die Schöne und das Biest. Zuerst das Schöne und dann das Hässliche, zuerst die Henne und dann..egal.  Onda und Aldi verlassend wurde es immer verlassener, bergiger und waldiger. Eine Serpentine folgte der anderen. Immer höher schraubte sich unser Bus, von Zero, Nullo  auf 800 Meter. Wir waren die einzigen die noch unterwegs waren, denn mittlerweile wurde es dunkler und wir mussten den Kilometerstein 33,2 nach Montanejos finden. Fanden wir und dann weiter auf Schotterwegen 2,5 Kilometer und siehe dann, kam wirklich ein Haus im nirgendwo. Wir waren da und großes Hallo. Ich hatten die beiden das letzte Mal vor 30 Jahren gesehen als sie in Walkertshofen, mein ehemaliger Wohnort, in der Badewanne sich aufwärmten. Gemeinsames Essen und eine kleine Hausführung und und und. Chandra und Lobo wohnen sehr abgeschieden, sind Selbstversorger, Musiker, Künstler, Tänzer, autodidaktische Architekten, Zimmerer, Maurer, Fliesenleger, Schreiner, Elektrotechniker, Brunnenbauer, DJs, Yogalehrer und Veganer, Flexianer und habe ich was vergessen, auch ja demnächst Buchautoren. Aus einer Ruine haben sie in jahrelanger Arbeit, sie leben seit 2001 in Spanien, und seit 15 Jahren in der Gegend rund um Montanejos, ein wunderschönes Anwesen geschaffen. Ihr Haus hat eine Geschichte, die alleine dauerte fast eine gute Stunde zum Erzählen.  Kurz in Stichworten: Francoregime und Kommunisten, spanischer Bürgerkrieg, Pfarrer der Gemeinde wurde im Haus versteckt, in einem Erdloch. Die Kommunisten wollten den Pfarrer ans Leben, irgendwann musste er flüchten, wurde mit drei Kugeln hingerichtet, überlebte und wurde von denen, die ihn niedergeschossen haben gefunden und Schicksal, sie lieferten ihn ins Krankenhaus. Er überlebte und wurde 85 Jahre alt. Morgen werde ich mir das Erdloch anschauen in der Hütte anschauen. Es wurde sehr spät und wir sehr müde.

27.1.24 Montanejos

Um 11 Uhr waren wir mit Chandra und Lobo zum Baden verabredet. Zum Baden in einem Heilfluss, warmes Wasser, sehr mineralhaltig. So schwammen wir und noch ein paar wenige den Fluss aufwärts. links und rechts Felsen. Grandios. Gegen 14 Uhr gemeinsam Essen, merke von 14 bis 16 Uhr Mittagszeit, dann Siesta und gegen 21 Uhr Abendessen. Die Geschäfte öffnen gegen 17/18 Uhr. Wunderbares spanisches Essen im Dharma, vegan, vegetarisch und auch mit Fleisch und dazu allerhand Geschichten rund um das Leben der Beiden hier in Spanien, mit ihren Nachbarn und Freunden. Montanjeos im Winter knapp 500 Einwohner im Sommer das Zehnfache. Ein Kurort, Wanderziel und auch ein Ziel für Kletterer. Nach fast 20 Tagen Volker und Sonja pur und ab und zu ein paar französische Kurzbekanntschaften, war und ist der Austausch mit Chandra und Lobo auch sehr schön. Umgekehrt ist es genauso, da sie doch sehr abgeschieden leben, sind aber in der Gemeinde sehr gut vernetzt und beliebt wie wir es immer wieder erlebt haben. Der Respekt für die Beiden stieg mit proportional mit der Renovierung der Hausruine. In der Gegend gibt es auch noch ein Dorf mit Althippies die mit mehr oder weniger Drogen dort leben und sich das Leben schwer oder weniger schwer machen, aber versuchen ein soziales Gemeinschaftsprojekt zu etablieren, seit der Besetzung des Dorfes vor 30 Jahren. Hin wieder geben Chandra und Lobo, Tanzpartys und seit die Beiden ein Drogenverbot ausgesprochen haben, kommen nicht mehr ganz so viele oder sind erstaunt, dass sie das erste Mal nach 55 Jahren auf einer Party sind , auf der sie nicht angekifft sind. Für uns hier, Zeit des Ankommens. Vielen Dank Chandra und Lobo Haiku des Tages: Da steht ein Haus, hier steht ein Haus. Die Fenster klar, lassen Licht rein und raus. Ein Mandelbaum will hier blühen und tut es. Nicht nur er.


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