Sonntag, Ruhetag so auch bei uns. Da wir geplant haben es langsam angehen zu lassen, so geschieht es auch. Erst gegen 11 Uhr sind wir startklar und machen uns auf den Weg nach Albi, die Stadt, die uns der nette Barbetreiber empfohlen hatte. Unsere Stimmung ist heute etwas mau und müde, aber das gehört dazu. Die Landschaft ändert sich und wir kommen ins Haute Langeue doc, ein regionaler Naturpark der uns stark ans Allgäu und den Schwarzwald erinnert. Kurvenreichen Straßen führen uns zuerst nach Mazamet und dann nach Albi. Unterwegs fahren wir durch teilweise verlassene Dörfer die trüb, grau und ihre besten Zeiten hinter sich hatten. Die Dörfer und Kleinstädte, kurz nach Wende in Deutschland waren Farbpaletten gegenüber diesen Dörfern. Schade. Eine Polizeieskorte kommt uns entgegen. Was wird eskortiert ? Drei Motorräder, ein Polizeiauto und dann….Rennradler. Ein überschaubares Gruppetto ist es. Ja, wir sind im Land der Tour de France. Da muss ich mal laut seufzen, in Deutschland, leider so nicht möglich. In Albi angekommen, UNESCO Welterbe, wollen wir noch ins Toulouse-Lautrec Museum bevor es schließt. Letztes Jahr war in Albi das große Toulouse-Lautrec Festival. Über 12 Monate wurde der Maler von regionalen und internationalen Künstlern gefeiert. Seine Geschichte gibt einiges her. Quasi ein Inzestkind, Alkoholkrank, zwar berühmt aber nicht geliebt. Uns gefallen vor allem seine Frühwerke, die er teilweise schon mit 9/10 Jahren gemalt hat. Über allem thront, herrscht die gewaltige Kathedrale von Albi, die aus, und das ist das besondere an ihr und in dieser Stadt, aus roten Backsteinen gebaut wurde. Die ganze Altstadt ist geprägt davon. Ihr Name lautet korrekt La Cathedrale Sainte Cecile. Die ganze Kirche erinnert uns eher an eine Burg und wirkt überdimensioniert, gar bedrohlich. Der Film und das Buch – Der Name der Rose- und seine gruseligen Bilder tauchen beim Anblick der Kathedrale auf. Morgen werden wir sie besuchen, davor oder danach ins Schwimmbad gehen. Ordentlich duschen, schwimmen und Körperpflege. Da wir nur mit 10 Litern Wasser pro Tag auskommen, besteht Bedarf nach Tagen der Katzenwäscherei. Wer riecht – ich rieche -nein du -lass mal riechen- du riechst ja wie ich. Haiku des Tages: Die Blicke auf die grüne Wiese vor uns richtend. Ein Falke steht über ihr, sein Blick nach unten gerichtet. Wir essen schon. Die Sonne streift uns und die Friedhofsmauer neben uns, im irgendwo.




