20.1.2024 Beziers

Die Augen auf, die Sonne strahlt, blauer Himmel, klar und kalt. Raus aus dem Bus, hinauf zur Kathedrale von Beziers. Hinauf ? Wir parken am Fluss Orb, der verbunden ist mit dem Midi Kanal, deswegen hinauf und das mit dem Aufzug, denn die Oberstadt, die Altstadt, liegt 70 Meter höher. Neben dem Hotel de prison verlässt man den Aufzug. Wie der Name sagt, ein ehemaliges Gefängnis, sehr elegant. Was aber der Alien aus Ridley Scots Alienfilm hier zu suchen hat, keine Ahnung ? Die Kathedrale Saint-Nazaire ist maximal beeindruckend, auch spirituell aufgeladen. Wir betreten sie und die liturgischen Gesänge nehmen mich in den Bann, aber auch die Freundlichkeit des Diakon. Es gibt ein Video dazu. Wir gehen noch einmal über den Vorplatz der Kathedrale und schauen Richtung Südosten. In der Ferne die Schneebedeckten Pyrenäen mit dem Pic du Canigou ( 2785 m ). Eine grandiose Fernsicht, auf der anderen Seite erahnen wir das Mittelmeer. Die 163 Stufen zum Glockenturm ersparen wir uns und gehen zu dem gestrigen kleinen Bistro, wo wir von dem Besitzer fast wie Stammgäste begrüßt werden. In der Sonne sitzen Espresso, Croissant und ein warmes Kissen auf dem Stuhl. Der langsame Verkehr ist nicht aufdringlich und laut. So ist fast die ganze Stadt, ruhig und selten laut. Die kleinen Straßen durchquerend kommen wir zum Theater und der Allees Paul Riquet mit seiner ausladenden Großzügigkeit. Heute ist Flohmarkt mit Folianten, alte Comics und Bildern aus allen Epochen. Nicht kaufen. So geht es weiter, nicht kaufen denn der Flohmarkt bietet keinen Kruscht sondern gute, feine, fast erlesene Stücke. Egal ob es Porzellan ist oder die uralten Fotoapparate oder oder oder. Die Allee führt zum Denkmal von Paul Riquet, der im 17. Jahrhundert lebte und alles Geld was er hatte, für den Bau eines Kanals veräußerte um sein Lebenswerk, die Verbindung vom Mittelmeer zum Atlantik zu verwirklichen, zumindest bis Toulouse ist es ihm gelungen. Canal du Midi- UNESCO Welterbe. Eine dramatische Geschichte von einem Visionär. Filmreif. Weiter führt die Allee zum Park der Poeten. Ebenso einladend mit seiner Grotte und den Blumen die sich in die Sonne strecken. So vergeht der Vormittag, Mittag, nicht vergessen der Besuch in der Markthalle. Zurück am frühen Nachmittag packen wir unser Essen und machen Picknick an der Pont Vieux. Zeichnen, spielen Frisbee unterhalten uns bei einem Spaziergang mit Franzosen, die wir auf einen Eisvogel aufmerksam machen. Haiku des Tages: Die Schwalben die wir sahen ,am gestrigen Abend, sind weitergezogen. Wir sind geblieben zu sehen. Ein Kanute fällt in die Orb. Er übt, wir auch. Ungewohnt die vielen sinnlichen Eindrücke einzuordnen.


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