Tübingen Worms 8.8.24

Der Plan ist nach Bruchsal zu fahren. Wieder ca. 100 km plus X. Also früh los nach dem Frühstück. Es hat abgekühlt, aber die Hügel wurden leider nicht abgetragen. Jeder Kilometer strengt mich jetzt schon an, was soll das werden bis Bruchsal. Sonja und Luca sind auf dem Weg nach Koblenz, wir telefonieren und treffen uns in Herrenberg( ca. 30 km von Worms). Ich steige um aufs Auto. Auf der nächsten Etappe denke ich über Beziehungsgedöns nach was sich bei unseren Treffen einstellte. Sonjas Plan ihre Freundin zu besuchen in Koblenz, mein Plan dahin zu fahren mit dem Rad und mit dem Auto zurück. Also keine gemeinsame Reise, sondern jeder hatte eine andere Motivation. Beides passt jetzt nicht zusammen. Ihr Vorschlag aufzuhören und mit zufahren passt nicht wirklich mit ihrer Absicht zusammen, Zeit mit ihrer Freundin zu verbringen und auch nicht mit meinem nach Koblenz zu radeln. Alles Nachgedanken im Jetzt war es anders. Ich überlege laut was ich machen könnte und will. Worms hat eine Jugendherberge und auch ein Zimmer für mich. Wir fahren nach Worms gemeinsam , trinken Kaffee und essen Eis und dann Verabschiedung. Das gute Reisegefühl stellt sich nach und nach wieder ein und als ich dann einen Tag später darüber nachdenke was war gestern, siehe oben, bin ich wieder im richtig im Lot. Jetzt am Abend knarzt meine Gefühlswelt noch ein bisschen. Jetzt, Hunger, Abend am Rhein, beim Italiener fast alles voll, die Sonne glitzert im Rheinwasser. Worms das Nibelungengold, Hagen, Burgund, Siegfried, die Walküren und der Drachen. Zum Essen, Musik im Hintergrund, Heinrich Heine, Lore Ley Ich weiß nicht was soll es bedeuten das ich so traurig bin, nun ja bin ich auch ein wenig.., DieMusik kommt von einem der von uns Gäste spielt und für Gott. Ich beobachte und höre, Stimmengewirr, Plantanen, ein Frachtkahn, eine Gruppe von Damen geht vorbei, drei Generationen, lachende Menschen links und rechts. Winkende Männer die sich zu den anderen Männern dazu gesellen. Ein Mann steht auf, seine Frau auch, mit Spitzbusen sehr auffällig. Ein Ehepaar mir gegenüber, sie um einiges älter als er. Zwei Biker lautstark vom Bier gezeichnet reden über..? Flitzende Kellner an mir vorbei, mit abgelaufenes Schuhwerk . Viele Leute sind bunt gekleidet. Bei einigen Frauen am großen Tisch wird das Lachen schriller. Eine Frau, alleine, Lippen aufgespritzt, geht hin und her, 40 Jahre plus, leichter Gehfehler setzt sich mir gegenüber, einige Tische weiter, sie blickt mich an, wendet sich nun ab, Blick zum Rhein. Falle nicht in ihr Beuteschema, eher die Frau im Stadtmuseum in Tübingen. Ihre Körpersprache war eindeutig. Ich lass den Tag gedanklich passieren. Bin in Herrenberg abgeholt worden. Etwas Regen, aber nur auf und ab und immer kurz vorm Ziel versagen die Hinweisschilder. Ich zahle nun. Sonja und Luca sind weiter gefahren nach Koblenz. Mal schauen ob ich es in einem Rutsch schaffe über 130 km mindestens. Wahrscheinlich nicht.


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