Eigentlich will man das, was jetzt kommt nicht schreiben bzw. erzählen, aber es gehört ebenfalls dazu. Ich höre einen Schlag und dann Sonja schreien, meine Zähne, meine Zähne. Ihr ist die Holzklappe auf den Kopf gefallen und der Kopf, ihr Unterkiefer wurde auf die Steine geschlagen. Ich sitze in dem Erdloch fest, dem Loch, indem sich der Pfarrer während des spanischen Bürgerkrieges versteckte, Durchmesser 60 cm. Ich komme nicht richtig raus, die Holzklappe die das Loch verschließt, fällt mir auch auf den Kopf. Eine vermorschte alte Latte bricht aus der Klappe heraus. Ich bin oben, total verschmutzt. Ich sehe Sonja, mit blutverschmierten Gesicht und ihre Zähne sind ausgebrochen. Sehe uns mitten hier, in der Pampa rasend, durch die Berge, in die nächste Zahnklinik fahren. Sie kommt mir entgegen, das Kinn ist blutig, aufgeschürft die Vorderzähne sind noch dran, aber am Biss unten abgebrochen. Alles halb so schlimm? Sie kann nicht mehr richtig beißen und es lösen sich während des Tages immer wieder kleinere Zahnbrocken. Der informierten Zahnärztin schicken wir Bilder über Whatsapp, von Mund innen und Mund außen. Nebenbei erfahre ich, dass Lobo und seine Frau auch Zahnkitt im Hause haben, um bei Notfällen sich selbst zu behandeln. Die Zahnärztin hat ihre Praxis 70 Minuten von hier. Nach einigen hin und her und da Sonja keine Schmerzen hat, einigen wir uns das sie am Freitag behandelt wird, da am Freitag die Zahnärztin ins nächste Dorf kommt um ihre Patientin zu behandeln. So auch Sonja, ab jetzt heißt nur Weichkost. Der Tag war bis dahin ganz entspannt. Vormittags und über den Mittag hinweg sind wir zusammen mit Chandra und Lobo im Obstgarten und richteten die Bäume für den Frühling her. Legten auch Steinmauern vom Gestrüpp frei. Gartenarbeit ohne Stress, auch gut das keine Sonne schien, sondern ein kühler Wind über die ausgedorrte Erde wehte. Wir hofften das es regnet, leider nicht. Später schaute ich mir die alte und neue Wasserzisterne an, ebenso den großen uralten Brotbackofen. Abendessen gemeinsam, Quiona, Zwiebeln, Sprossen, Mais und Grünzeug. Wir essen hier sehr einfach und ballastfrei. Haiku des Tages: Die Reisenden bekommen jeweils einen Schlag auf den Kopf. Es gibt gute Hände und Köpfe die helfen. Wichtig

