25.1.2024 Mazamet-Cerbere

Feuchte kalte Nacht. In der Nacht schüttelte der Wind unseren Bus durch. Auch noch nasse Wäsche im Bus. Alle Fenster sind angelaufen. Der Himmel am Morgen klar, der Wind bitterkalt. Fast stumm erledigen wir unsere üblichen Morgenrituale, holen noch einmal Wasser und dann geht es Richtung Narbonne, ans Meer. Zuerst müssen wir aber hinauf zum Pic de Montaud (1031 Meter ). Einer der höchsten Erhebungen im Naturpark Languedoc und oben, sind wir auf einer Hochebene mit einem fantastischen Blick auf die schneebedeckten Pyrenäen. Vielleicht werden wir im Herbst hier noch einmal vorbei kommen und am Lac de Laprade mit wandern, die Landschaft genießen. Eine wirklich schöne, fast liebliche Landschaft, eine hybride Landschaft aus Schwarzwald und Toskana. Wir fahren weiter, immer die Pyrenäen im Blick, nach Carcassonne. Jene, die schon einmal dort war, werden laut aufschreien, wir haben es nicht geschafft. Aufgeschoben……usw. Der oder die Languedoc ist eine Wetterscheide, denn kaum auf dem Plateau, ist es mild und die Landschaft vollkommen anders als unten in Mazamet. Es wird richtig warm. Narbonne, das erfahren wir später, bei unseren Busnachbarn die am Parkplatz mit uns nächtigten, ist eine Reise wert. Wir sind heute gerade 200 Kilometer gefahren und haben dafür 6 Stunden gebraucht, so sind wir hingerissen von den Landschaften und den Eindrücken. Wir halten mehr, als wir fahren. Der besten Halt, den wir machen, ist das Fischerdorf, nun Touristendorf im Sommer, im Januar die Schönheit schlechthin. Collioure, ein Städtchen zum träumen. Wir lagen an der Uferpromenade, Picknick. Familienidylle, Mutter- Tochter- Enkelkind lachen und freuen sich. Ein bilinguales Pärchen mit ihrem Sohn spielen. Eine Frau wagt sich immer wieder ins Wasser, 14 Grad, und geht zurück. Ihre Beine schon rot. Zwei Männer springen hinein und kommen gleich zurück. Spatzen versuchen bei uns ihr Glück um bekommen einige Brotkrümel. Eine riesige Möwe schnappt sich eine Taube, eine andere Möwe kommt dazu, die beiden streiten um ihr Fressen, die Taube nutzt den Augenblick und weg. Auch ihr Glück. Das leise Stimmengemurmel der Gäste in den Restaurants hinter uns. Von weitem Mundharmonika und Akkordeon, ein Mann wird besungen und gefeiert von seinen Freunden. Über alldem der blaue Himmel, vor uns das Mittelmeer, ruhig ohne Wellen. Ein Wort fast alles zusammen, friedlich. Es löst in mir eine Trauer und tiefe Sehnsucht aus, nach Frieden unter den Menschen und mit der Natur. Mir kommt der Song -we are not allone -von Nick Cave in den Sinn. Diese friedliche Stimmung, Leben, ist das, was wir brauchen- Alle-. Wir suchen uns einen Platz für die Nacht, finden einen, der uns aber zu wild erscheint, 14 % Steigung mit Geröll, muss nicht sein. Also etwas weiter und dann in Cerbere am Leuchtturm stehen wir nun, mit uns ein französisches Pärchen, begleitet von französischer Kaffeehausmusik gibt es Abendessen. Der Mond strahlt um die Wette mit dem Meer und Sonja, aber Sonja gewinnt. Ne kuja ta ( wird nicht übersetzt ist nur für sie )Kontrastreicher Tag, vom Winter in den Frühling. Haiku des Tages: Die einen im Herbstmantel, die anderen barfuß am Strand. Die Sonne wärmt heute alle. Auch die Sonnenschirme sind heute faul und hängen lässig an ihren Ständern.


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