16.1.2024 Avignon-Saintes-Marie-de-la-Mer

Lange Nacht gestern am PC und die letzten Folgen vom Ring der Nibelungen, Richard Wagner, angehört. In der Nacht hat die Heizung gesponnen, ja es wurde ab 4.15 Uhr kalt und an Schlaf, nun ja. War es gestern sonnig in Avignon, unternahmen wir einen kurzen Auferwerkungsspaziergang an der Rhone entlang. Grau in Grau, aber samt Eisvogel mit seinem wunderbaren Gefieder, der uns begleitete. Es gibt viele Geschichten rund um den Eisvogel, sogar Zeus hatte mit ihm sein Einsehen. Stichwort – Halcyone Tage- , vielleicht treffen die halkyonischen Tage auch ein bisschen auf uns zu. Auf den Weg nach S.M.M., kurzer Halt für eine zweites Frühstück und dann öffnete sich die Landschaft und wir sind in der Camargue. Natürlich flach, viel Wasser und die ersten Kraniche die über uns hinwegzogen oder etwas unbeholfen auf den Wiesen ihr Futter suchten sehen wir. Am Himmel ein Wunder an Eleganz und Schönheit. Große schöne wunderbare Vögel. Ein paar Meter weiter die berühmten schwarzen Stiere. Es riecht nach Land, Brackwasser, Pferdemist und Meer. Ein ausgedehnter Spaziergang am späten Nachmittag durch die Camargue mit Sonnenuntergang, runden den Tag trotz Schlafmangel ab. S.M.M., eine Geisterstadt im Januar. Alles ist zu, was irgendwie mit Touristen zu tun hat. Sogar das Rathaus macht einen jämmerlichen Eindruck mit seinen verdorrten Weihnachtsbaum und der im Wind taumelnden Weihnachtsbeleuchtung. Wieso hängt noch der Weihnachtsschmuck?Die glaubensfesten Christen:innen werden es wissen, wir nicht. Am Besten hat mir der Shop mit Badeklamotten gefallen. Anziehpuppen halbnackt mit ausgeblichenen Bikinis. Badehosen die irgendwie farblos herumhängen und Plastikdelphine die schlapp neben einen ausgebleichten Sommerkleid liegen. Die Straßen leer, High Noon Stimmung, nur nicht so heiß. Es kommen keine Cowboys, sondern ein paar Handwerker, die reparieren, Fenster, Türen und Dächer. Das nächste Wunder, eine Horde kleiner Kinder, begleitet, behütet in dieser Geisterstadt, gehen leise zur Sportarena und werden von Grace Kelly und Gary Cooper unterrichtet. Eine winterliche Halluzination. Wir finden einen Platz für diese Nacht direkt am Meer, es murmelt nur. Die Eisvögel, die ich sehe, noch haben sie Gelegenheit in Ruhe ihre Eier auszubrüten, bevor der Sturm kommt, wahrscheinlich am Freitag. Haiku des Tages: In der Enge des Buses ist es warm und licht. Das einfache Essen schmeckt den Reisenden. Die Tür geht auf und wieder zu. Die Reisenden im Dunkel der Nacht, das Meer murmelt . Die Sterne ziehen ihre Bahnen seit Jahrmillionen. Unsere sind begrenzt.


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